Freiheit und Rauchen. – eine Antwort auf JoS´ Polemik

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Mai 18, 2013 von marvster77

Vor ein paar Tage schrieb mein Bloggenosse JoS einen wunderbar polemischen Artikel gegen das Rauchverbot in NRW. Dies nehme ich zum Anlass auf seinen Artikel zu antworten.

Ich war wirklich verwundert als ich seinen Artikel gelesen habe. Diese „Argumente“ und das unreflektierte Gehetze gegen die Grünen kannte ich bis jetzt nur von S. Laurin. Diesen hat sich JoS anscheinend als Vorbild genommen. Ich wusste schon immer das JoS insgeheim neoliberal ist und das „Links-sein“ nur als Hobby betreibt.

Wenn man JoS` Artikel liest, muss man sich fragen worum es eigentlich geht. Geht es um die wunderbaren Gespräche über philosophische Theorien und die Menschen mit denen man diese Gespräche führt oder um das Rauchen. Die Frage lässt sich leicht beantworten; Es geht ums Rauchen.

Über den Inhalt der Gespräche wird kaum etwas deutlich, da immer wieder Rauchen im Mittelpunkt steht. Einen Abend Kneipe ohne eine Zigarette? In der Welt der Raucher*innen ist das nahezu nicht vorstellbar. Dafür ein solches Zwangsverhalten kennt die Medizin ein Wort: „Sucht“. Es mag auf den ersten Blick erstmal hart und angreifend klingen, aber Raucher*innen sind Drogenabhängige. Ferner wird bei drogenabhängigen immer wieder klar, dass ihre Argumentationsmuster irrational sind. Und diesen Unfug betreibt JoS in seinem Artikel.

Er argumentiert mit seiner persönlichen Freiheit, dass er doch in geschlossenen Räumen rauchen dürfe. Hier sollte man sich überlegen was Freiheit überhaupt bedeutet. Freiheit bedeutet eben nicht, dass man tun und lassen kann was man selbst will. Es ist eben nicht meine Freiheit jemanden ins Gesicht zu schlagen, ihn/sie zu vergewaltigen oder ihm/sie andere physische und/oder psychische Schäden zuzufügen. Freiheit bedeutet, dass man solange alles tun kann was man will, bis man in die Freiheit einer anderen Person eingreift.

Aber genau das machen Raucher*innen, wenn sie in geschlossenen Räumen rauchen. 3000 Nichtraucher*innen sterben in Deutschland pro Jahr am Passivrauchen, wie eine Studie der Universität Münster zeigte. Weiterhin sterben 140000 Menschen pro Jahr an den Folgen des Rauchens. Diese Zahl ist erschreckend hoch und es ist nicht absehbar, dass diese sinken. Als Nichtraucher könnte man natürlich argumentieren, dass diese Menschen ihre Gesundheitsversorgung selbst zahlen müssen, da sie ihren Körper bewusst (!) zerstören. Aber diese Argumentation wäre genauso irrational.

Warum ist sie das? Wir leben in einer Gesellschaft in der theoretisch alle nach dem Solidaritätsprinzip in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen. Diese Idee hatte einen großen Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa. Auch Raucher*innen zahlen also in dieses System ein und haben deshalb ein Recht auf Gesundheitsversorgung. Außerdem ist es ihre Freiheit ihren Körper zu zerstören, weshalb das Rauchen an sich auch nicht verboten wird. Allerdings ist es, wie wir oben gezeigt haben, nur so lange ihre Freiheit bis sie andere gefährden.

JoS scheint den demokratischen Parlamentarismus inklusive seiner Verfahrensweisen zur Gesetzgebung nicht verstanden zu haben. Die Grünen in NRW sind mit ihrer Mandatsanzahl weit davon entfernt alleine Gesetze beschließen zu können und sind deshalb leider in einer Koalition mit der SPD. Hätte die SPD NRW wirklich etwas gegen das strikte Rauchverbot in NRW gehabt, hätte sie dem Gesetz nicht zustimmen müssen. Faktisch haben die Grünen und die SPD dem Gesetz zugestimmt. Da sollte JoS wenigstens gegen beide Hetzen, aber das Sündenbockdenken kennt JoS nur zu gut.

Übrigens ist das Nichtraucherschutzgesetz eben auch Arbeitnehmer*innenschutz. An nahezu jedem Arbeitsplatz wird penibelst darauf geachtet, dass für die Arbeitnehmer*innen kein Schaden entsteht. Im Chemielabor wird selbst Natriumchlorid (Kochsalz) mit einem Spatel aus dem Behältnis geholt. Bei Kellner*innen in Club, Bars und anderen Veranstaltungsräumen, in denen geraucht wird, existiert trotz der nachgewiesen stark gesundheitsgefährlichen Inhaltsstoffen kein Atemschutz. Logisch begründen lässt sich das nicht.

Ich für meinen Teil freue mich, dass ich endlich auch mal nach einer Erkältung ein Bier trinken kann, ohne dass meine Atembeschwerden wieder schlimmer werden. Husten ist nämlich auch eine Abwehrreaktion des Körpers.

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