Gleichstellung ist Sexismus

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Mai 26, 2013 von JoS

Mit der Verlässlichlichkeit eines Uhrwerks besonderer Qualität produzieren Mitglieder von CDU, JU und RCDS Kommentare der besonders peinlichen Art. Grade unserem RCDS, und allem voran seinem stellvertretender Vorsitzenden Benedikt Körner, bin ich sehr dankbar für Aussagen von besonderer Dämlichkeit. In einer Debatte zum Thema Zivilklausel betonte Körner einmal die Neutralität von Waffen. Laut Körner ist es egal, ob man eine Atombombe abwirft oder mit einem Küchenmesser herumläuft.

Jetzt hat sich der Frontkatholik noch einmal zum Thema Gleichstellung geäußert. Unsere Campuszeitung hatte über einen Vorfall an der Universität Düsseldorf berichtet, an der einige Chauvinisten versuchten ein Männerreferat zu gründen. Über den Vorfall berichtete auch die Gruppe Kitty Hooligan. Benedikt Körner sprang nun den Chauvinisten bei und kommentiert unter dem ak[due]ll-Artikel und kommt dabei zu dem Schluss: „An der Universität Duisburg-Essen gibt es ein wunderbares Beispiel für Sexismus: Das Gleichstellungsreferat.“

Das Gleichstellungsreferat, auf das Körner abhebt, ist dabei wahrscheinlich das Frauenreferat. Dieses versucht die strukturelle Diskriminierung von Frauen offenzulegen und dieser entgegen zu wirken. Dass es diese strukturelle Diskriminierung überhaupt gebe, wird von den Konservativen immer wieder geleugnet. Entgegen aller Empirie. Ungewöhnlich ist das nicht. Es ist noch nicht allzu lange her, dass die CDU meinte so etwas wie die Vergewaltigung in der Ehe könne es garnicht geben. Die Frau ist eben das Objekt des Mannes. Die Aussagen Körners fallen dabei wieder einmal zur besonderen Unzeit. Während sein Waffenkommentar damals die Opfer von Utoya beleidigte, schließt er jetzt wieder an die Meinung Kardinal Meisners an und vervollständigt den sexistischen RCDS-Kurs.

Zwei RCDS-Parlamentarier haben nämlich die Referentinnen des Frauenreferats mutmaßlich nicht bestätigt. Mutmaßlich deswegen, weil die Abstimmung geheim war. Da der RCDS sich jedoch als einzige Liste gegen das Frauenreferat ausspricht, ist diese Annahme als wahrscheinlich zu betrachten. Kardinal Meisner legte zudem die Rolle der Frau klar. Sie sollten zu Hause bleiben und drei bis vier Kinder kriegen, so berichtete der Kölner Express übereinstimmend mit anderen Presseorganen.

Für den Katholizismus, der auch in der CDU und ihren Jugendverbänden stark ist, ist die Richtung einmal wieder klar. Natürlich wollen wir Gleichstellung – aber jeder halt in seinem Bereich. Die Frau zu Hause, der Mann im Büro. Dass der BDKJler Körner diese Meinung mit Löffeln gefressen hat ist klar. Dass er sie auch noch verbreitet ist ekelerregend, aber damit muss man leben.

Zum Thema Cannabis äußerte sich Körner kürzlich übrigens auch und verglich die Freigabe des Cannabiskonsums mit einer Freigabe aller Waffen. Vielleicht sollte Körner lieber einen Joint rauchen, statt für die Bewaffnung der Welt zu streiten. Dann klappts vielleicht auch mit der Emanzipation.

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