Konservativ bei Tag, schwul bei Nacht

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Juli 13, 2013 von JoS

Volker Kauder hat kürzlich noch einmal bekundet: Eine Homo-Ehe wird es mit der CDU nicht geben. Die Würde des Menschen ist eben nur dann unantastbar, wenn sie zu den mittelalterlichen Wertvorstellungen der CDU passt. Das Thema Homosexualität ist dabei ein ganz besonders schwieriges Thema. Offen homosexuelle Politiker*innen gibt es durchaus in der CDU und sie haben sogar einen eigenen Verband. Aber so wirklich nach vorne dürfen diese Menschen auch nicht. Wer in der CDU in die erste Reihe möchte hat der Heteronormativität Folge zu leisten.

Pikant wurde und wird dieses Verhalten zum Beispiel bei dem aktuellen Umweltminister Peter Altmeier. Der sagte der BILD einst in einer breiten Homestory, er habe eben noch nicht die Liebe seines Lebens gefunden. Dass dies nicht nur an seinen verqueren politischen Einstellungen und dem Mangel an physischer Fitness liegen mag, sondern an seiner sexuellen Einstellung, berichtete queer.de vor gut einem Jahr.

Aber nicht nur in der ersten Reihe der Bundes-CDU ist dieses Verhalten normal. Wer mit Aktivist*innen aus dem homosexuellen Spektrum etwa Bilder von RCDS-Vorständen betrachtet wird erstaunt sein, wie viele Konservative ihre homosexuellen Neigungen durchaus offen ausleben – nur eben im geschützten Raum von entsprechenden Bars oder ähnlichem. Die Familie, die Partei, teilweise sogar die Lebenspartnerinnen wissen nichts davon. Es ist, als wäre man im Mittelalter.

Besonders aufgestoßen ist mir dieses Thema, weil der ehemalige RCDS-Vorsitzende an der UDE, Constantin Wurthmann kürzlich Homosexualität und Pädophilie gleichsetzte. Das pikante: Wurthmann selbst bezeichnet sich zwar nicht unbedingt als straight heterosexuell; innerhalb des homosexuellen Spektrums ist er aber durchaus bekannter als er es nach Außen zeigt. Man sieht also: Selbst im Kleinen wird in der CDU Homophobie gepflegt – auch von Homosexuellen. Dass die CDU sich damit noch unglaubwürdiger macht ist eine Sache. Das Menschen auf Grund ihrer Zugehörigkeit zum Kanzler(in)wahlverein ihre eigene Identität verschleiern müssen, wenn sie weiter Akzeptanz und Aufstiegschancen haben wollen eine andere. Es zeigt, dass die sogenannte Menschenwürde bei der CDU nicht gefunden wird. Und das nicht nur bei Hardlinern wie Erika Steinbach.

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2 Kommentare zu “Konservativ bei Tag, schwul bei Nacht

  1. Pascal Hesse sagt:

    Ein sehr pietätloser Artikel. Und so etwas schimpft sich links, da muss ich mich ja schon für fremdschämen!

    • JoS sagt:

      Man mag dort divergierende Ansichten haben. Ich persönlich empfinde es eher peinlich als primär heterosexueller Mensch mehr Kämpfe für die Rechte Homosexueller ausgefochten zu haben, als Wursti selbst, welcher direkt betroffen ist.

      Aus SPD-Sicht kann ich deine Haltung aber verstehen. Allein schon wegen der Definition von politisch links.

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