Duisburger Verhältnisse

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August 29, 2013 von JoS

Das war also der prognostizierte Aufstand hunderter Linksautonomer in Duisburg. Keine Festnahmen berichtet die WAZ, auch die Ruhrbarone verweisen lediglich auf 20 PRO Deutschland Anhänger*innen, die gegen den Lärm von 900 Gegendemonstrant*innen anzukämpfen versuchten. Ein gelunger Tag also? Mitnichten! Denn was nach stimmungsvollem Konsens aussieht ist der die verblendete Erscheinung des rassistischen Normalzustands in Duisburg.

Dass es nicht zu Ausschreitungen kam ist grundsätzlich zu begrüßen. Dass die Polizei ihre erfolglose Eskalationsstrategie als erfolgreiche Deeskalationsstrategie vermarkten wird ist nervtötend, aber hinnehmbar. Was jedoch nicht hinnehmbar ist, dass die Presse konsequent die kleinen Auffälligkeiten des Tages totschweigt. Sie würde die heile Welt dieses sonnigen Tages auch merklich stören.

Zuerst einmal gilt es anzumerken, dass viele organisierte Kader der radikalen Rechten den Tag nutzten um entspannt Fotos und Videos der Gegendemonstrant*innen zu machen. Dass die Vereitelung von Straftaten nicht Aufgabe der Polizei ist, wissen wir inzwischen auch. Schlimmer ist jedoch, dass diese organisierten Kader sehr gut mit den Anwohner*innen klar zu kommen scheinen, die sich an den breiten Abfilm-Aktionen auch tapfer beteiligten.

Es sind genau diese Anwohner*innen, deren berechtigte Sorgen man laut dem OB Sören Link ernst nehmen muss. Auf seine Argumentation angesprochen verwies der OB genau darauf. Nach meiner Ergänzug, dass es sich dabei um NPD-Positionen handele stellte Link klar, dass dies seine Positionen seien. Wer da von wem abgeschrieben hat, darüber mag man sich streiten. Meiner Ansicht nach kenne ich diese Slogans aber schon länger von der NPD. Aber nach Link bin ich eh nur ein Spinner, der die Schnauze halten sollte. Soviel zur Professionalität des OBs.

Ebenfalls keine Erwähnung in der Berichterstattung fand die erstaunliche Überschneidungsdichte in den Reden des OB und denen des PRO-Bündnisses. Beide haben nichts gegen Ausländer, nur benehmen sollten sie sich. Die Anwohner seien keine Rechten, aber Angst hätten sie. Kriminelle Ausländer müsse man loswerden, es bedürfe eines Wiedereinreiseverbots. Eigentlich hätte Link auch direkt bei PRO Deutschland sprechen können, so wie ich es ihm anfangs nahegelegt hatte. Den offenen Brief des AStA empfand er übrigens als persönlcih beleidigend. Zumindest etwas. Vielleicht begreift er auch irgendwann, dass er deswegen etwas an seinem Verhalten ändern sollte.

Kritisiert seitens der Bewohner*innen wurde übrigens, dass diese auf der Veranstaltung des DGB selbst nicht zu Wort kamen, dass also wieder nur über sie gesprochen wurde. Auch da wusste Link eine Lösung: „Wenn Sie reden wollen, dann melden Sie doch einfach selbst eine Veranstaltung an.“, so das dialogorientierte Stadtoberhaupt, welches zuvor noch mit einem Anwohnervertreter gescherzt hatte, der in der jüngsten Vergangenheit wegen massiver rassistischer Ausfälle auf sich Aufmerksam gemacht hatte.

Bei diesem Gespräch durfte ich auch noch einen Vertreter von pi-news kennenlernen, dessen Gesprächsbereitschaft leider erstaunlich gering war. Ich sei in einer Sekte und ein Autist teilte er mir mehrfach, beinahe autistisch, als ob er ein Sektenmantra vorbeten würde, mit. Schade, dabei hatte mich der rechte Blog doch noch vor wenigen Wochen zum Retter des Abendlandes erhoben. Und zum Abschluss gab es auch noch eine der berüchtigten Sorgen der Anwohner*innen zu hören, die nach Ansicht der Stadt  so berechtigt sind. Aus einem Auto teilte man uns mit: „Sorgt lieber Mal dafür, dass diese Drecksbulgaren hier wegkommen.“ Ja, so klingt nun einmal eine berechtigte Angst für die SPD.

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2 Kommentare zu “Duisburger Verhältnisse

  1. Hein Grosse sagt:

    Warum habt ihr nicht mal ein Video gemacht, wenn ihr schon vor Ort wart. Hätte mir gerne mal ein eigenes Urteil gebildet, diesen Kommentarbeitrag muss ich mangels Fakten leider relativieren. Dass die Rede nicht zu verstehen war, ist keine Entschuldigung, ich will Fakten und keine Meinungsmache nach DDR-Manier.
    Wenn wirklich der Link schon wie die Pros redet, angefeuert durch die rasistischen Anwohner, ist es außerdem hochste Zeit gegen die SPD aktiv einzuschreiten. Die logische Konsequenz kann doch nur sein, deren Kundgebungen ebenso wie die der Reps und Co. jetzt unmittelbar vor der Wahl noch abzuwickeln. Der Rassist Link muss in duisburg der Boden entzogen werden. Wenn schon, dann bitte auch diese Konsequenz jetzt aktiv umsetzen.

    • JoS sagt:

      Also ich für meinen Fall trage nicht immer eine Kamera mit mir herum. Es reicht aber zum Beispiel in das Video der WAZ hereinzuschauen, wo Link sich sehr ähnlich, wenn auch nicht so offen äußert. Dass die SPD sich offen rassistisch äußert ist aber nichts neues. Im Zuge von Rostock-Lichtenhagen war das ganz extrem, aber auch dazwischen kommt sowas immer mal wieder gerne vor. Inwiefern bei einem politischen Kommentar „Meinungsmache in DDR-Manier“ vorliegen soll ist mir übrigens vollkommen unklar.

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