Mein Innenminister, die Zicke

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September 12, 2013 von JoS

Ja, was war denn das, Herr Jäger? Nach den nordrhein-westfälischen Prügelwochen im August hatte es ein Polizeieinsatz geschafft mediale Aufmerksamkeit zu erlangen: In der Arena auf Schalke. Heute zog der NRWs Innenminister die Konsequenz aus der Kritik: Die Polizei wird in der Arena nicht mehr präsent sein. Man könnte das auch anders formulieren: Wenn wir nicht prügeln dürfen, dann kommen wir halt nicht.

In Schalke bahnt sich, insofern nicht im Vorfeld eine Einigung getroffen wird, ein interessantes Spiel an. Was passiert, wenn die Partei, die für die meisten Verletzungen am Rande von Fußballspielen verantwortlich ist, das Stadion verlässt? Glaubt man der Exekutive dürfte die Arena den nächsten Spieltag nicht überleben. Tausende Bengalos müssten brennen, Schlägereien an allen Ecken. Es dürften Exzesse biblischen Ausmaßes zu erwarten sein.

Blickt man ein wenig realistischer auf die Szene dürfte Gelsenkirchen dem entspanntesten Heimspiel aller Zeiten entgegensehen. Für viele – zugegeben auch „gewaltbereite“ – Ultras ist die Polizei ein Feindbild. Keine Feinde vor Ort, weniger Aggression. Dass das martialische Auftreten der Polizei auch generell nicht für gute Stimmung sorgt, dürfte eine Alltagsweisheit sein.

Es ist in diesem Sinne zu hoffen, dass es ein Heimspiel ohne Polizei geben wird. Geht das Experiment gut aus, so gerät die Polizei in Erklärungsnöte und es wäre vielleicht das möglich, was nach den Gewaltexzessen im August und eigentlich schon seit Jahren dringend nötig wäre: Eine kritische Betrachtung des Einsatzverhaltens der Mannschaftspolizei. Auch im Zuge des Prozesses gegen Lothar König, in welchem verschiede Polizist*innen der Bundespolizei der Falschaussage überführt wurden, hat eine substantielle Kritik an der Polizei vielleicht eine Chance.

Wenn den Beamt*innen am Wochenende langweilig werden sollte, so könnten sie sich übrigens auch gegenseitig Reizgas ins Gesicht sprühen. Vielleicht gleicht das die mangelnde Unterrichtung über die Gefahren des Einsatzes dieser Substanz aus. Immerhin sind Verletzungen der Augen und Atemwege durch Pfefferspray inzwischen die alltägliche Konsequenz eines Polizeieinsatzes.

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