Wohl dressierte Professor*innen

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Dezember 6, 2013 von JoS

Auf der heutigen Senatssitzung musste ich an die Worte eines alten KoWi-Profs von mir denken. Als das Rektorat in der vorlesungsfreien Zeit und gegen die Grundordnung der Universität sein Fach schließen wollte, echauffierte er sich über das laxe Verhalten des Senats und fuhr ein wenig aus der Haut: „Sie sind gestandene Professoren und lassen sich hier an der Nase herumführen wie gut dressierte Hunde.“ Der gleiche Senat ist noch immer gewählt. Und weiterhin gut dressiert.

Damals stellte der Senat fest, man wolle sich vom Rektorat nicht noch einmal so vorführen lassen. Heute hat man es getan. Mit Verweis darauf, dass das nicht wieder vorkommen solle. Wie leicht die Damen und Herren Professoren zusammenknicken ist dabei aber wahrlich erstaunlich. Handeln ja, aber nur so, dass es keine Konsequenzen gibt. Wen wundert es da noch, dass auf Landesebene Hochschulräte durchgesetzt werden, wenn der Senat versucht sich selbst so weit es geht zu entmündigen.

Es brauchte elf Stimmen für die Bestätigung, drei Professor*innen fehlten. Nachdem man in einer internen Besprechung die Vertreter*innen des nicht-akademischen Mittelbaus zur Genüge unter Druck gesetzt hatte kamen die Stimmen jedoch zusammen. Nur einmal klappte es nicht, obwohl man den Wahlgang nochmal wiederholte. Durchstimmen bis zur Bestätigung war dann aber auch dem Senatsvorsitzenden zu blöd. Jetzt muss der Hochschulrat wieder dran. Denn das ist der Witz: Wirkliche Konsequenzen hat eine Nichtbestätigung durch den Senat nicht.

Pikanter Weise ist es nämlich so: Der Hochschulrat wählt die Prorektor*innen, der Senat bestätigt lediglich. Fällt die Bestätigung aus, so kann der Hochschulrat mit einer 2/3 -Mehrheit Abhilfe schaffen. Doch nicht einmal zu dieser Ehrenrunde konnten sich die Professor*innen hinreissen lassen. Ein Armutszeugnis. Angeblich hatte ein Kandidat angekündigt seinen Posten nicht anzunehmen, sollte er nicht durch den Senat bestätigt werden. Die Mehrheit folgte diesem Druck. Herdenbrav wie ein Sozialdemokrat beim Mitgliederentscheid.

Das heutige Senatsergebnis ist entsprechend auch ein starkes Votum für eine paritätische Besetzung des Gremiens. Mumm haben, zumindest an der UDE, nur der akademische Mittelbau und die Studierenden. Das Professorium ist wohl dressiert und geht den Weg des geringsten Widerstands. Dafür gibt es dann aber meist auch Leckerlis.

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